Gedenkstein für die aus St. Wendel in der NS-Zeit ermordeten Juden auf dem Friedhof in Urweiler
Elsenbach , 66606 St. Wendel
7.170366, 49.480432
In St. Wendel lebten Juden bereits seit dem Mittelalter. Die Existenz der Gemeinde ist des Öfteren durch Pogrome bedroht worden, sodass sich erst im 19. Jahrhundert wieder jüdische Mitbürger*innen in St. Wendel niederließen. Im Jahr 1923 wurde die höchste Zahl jüdischer Einwohner*innen erreicht. So lebten in St. Wendel zu dieser Zeit 123 jüdische Personen. Schon früh kam es zu Anschlägen auf die Synagoge: In den Jahren 1916 und 1918 sind Fenster eingeworfen, 1923 ist die Tür mit Kot besudelt worden. Weitere gewalttätige Anschläge fanden 1932 und 1935 statt. Nach der Saarabstimmung im Jahr 1935 verließen die meisten Juden St. Wendel. Am 22. Oktober 1940 wurden vier jüdische Einwohner nach Gurs deportiert: Erna Berl sowie Eduard, Hermine und Ilse Reinheimer.
Der Gedenkstein befindet sich auf dem jüdischen Friedhof in Urweiler und wurde im Jahr 1982 aufgestellt. Die Inschrift auf dem Gedenkstein lautet: „Den ehemaligen jüdischen Mitbürgern von St. Wendel, Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung 1933-1945, zur ehrenden Erinnerung
Kreisstadt St. Wendel
Synagogengemeinde Saar 1982“