• Orte-IconOrte
  • Lesezeichen-IconGemerkt
  • Hilfe-IconHilfe
  • Über-IconÜber
  • Mehr-IconMehr

Gedenkstein für Heinrich Graach

Wederner Straße , 66687 Wedern

6.888680, 49.557940

Heinrich Graach wurde in Wadern in die Familie eines Schieferdeckers und Eisenhändlers hineingeboren. Vor dem Ersten Weltkrieg besuchte er das Lehrerseminar in Merzig, bevor er 1921 eine Stelle als Lehrer in Wedern bei Wadern erhielt. Dort unterrichtete er nach den Konzepten der modernen Pädagogik und engagierte sich aktiv in der Zentrumspartei, in der er die Idee eines europäischen Staatenbundes vertrat. Im Jahr 1927 wurde er zum Vorsitzenden des Zentrums im Restkreis Wadern gewählt. Drei Monate nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 musste er in das Saargebiet flüchten, da er seine Ablehnung gegenüber dem Nationalsozialismus nie verhehlt hatte. Bei dem Versuch, auf einer Versammlung mit SA-Truppen zu diskutieren, wurde er verprügelt, was dazu führte, dass er weiter fliehen musste: dieses Mal nach Eppelborn. Ende April 1933 wurde sein Arbeitsverhältnis aufgelöst. Er fand eine Stelle in einer Klosterschule in Rilchingen-Hanweiler, aber nach der Angliederung des Gebietes an das Deutsche Reich wurde die Klosterschule geschlossen. Er versuchte Arbeit in einer Schule in Freiburg im Breisgau zu finden, die aber kurz darauf ebenfalls geschlossen wurde, sodass er arbeitslos blieb. Ein Freund von Graach, der Mitglied der NSDAP war, schlug ihm daraufhin eine Arbeit vor, für die Heinrich Graach ebenso NSDAP-Mitglied werden sollte. Graach lehnte den Vorschlag ab, weil er nicht zum „Lump“ werden wollte. Im Jahr 1943 wurde er zwangsrekrutiert und nach Jugoslawien abkommandiert, wo er am 14. Juni 1945 an den Folgen einer Verwundung im Lager Ivanischgrad starb. Ihm zu Gedenken wurde eine Gedenktafel angebracht, die die Inschrift trägt:
„Zum Gedenken an den Lehrer, Politiker und Widerstandskämpfer Heinrich Graach 1900-1945
Lehrer in Wedern von 1921 bis 1933 Wedern, 01. Juni 1997!“

Von: