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Mahnmal der Diakonie-Anstalten Bad Kreuznach

Ringstraße 58-60, 55543 Bad Kreuznach

7.863965, 49.835834

Das Mahnmal zur Erinnerung an die von 1941 bis 1945 verschleppten und ermordeten 237 Heimbewohnerinnen der Diakonie-Anstalten Bad Kreuznach des Bildhauers Thomas Duttenhoefer ist eine Skulptur eines in sich zusammengesunkenen Menschen, der am Rande eines eisernen Kubus sitzt. Vor dem Kubus sind Eisenbahnschienen in den Boden eingelassen, die symbolisch für die Deportation der Opfer nationalsozialistischer Verfolgung stehen. Daneben befindet sich eine Gedenktafel mit dem Psalmwort 9,13: „Der nach Blutschuld fragt, gedenkt der Elenden und vergißt nicht ihr Schreien“. Das Mahnmal wurde im Jahr 1989 zum einhundertjährigen Jubiläum der Kreuznacher Diakonie (damals noch Diakonie-Anstalten Bad Kreuznach) eingeweiht. 1933 erließ die NS-Regierung das Gesetz „zur Verhütung erkranktem Nachwuchses“ und erlaubte dadurch, Zwangssterilisationen in Deutschland durchzuführen, um die nationalsozialistische Rassenideologie in die Tat umzusetzen. Opfer dieses Erlasses waren psychisch Erkrankte, körperlich und geistig Beeinträchtigte sowie als „asozial“ stigmatisierte und als „lebensunwürdig“ aus der Gesellschaft ausgeschlossene Frauen, Männer und Kinder. Durch das Gesetz konnten „Euthanasie-Aktionen“ (wie die Aktion T4) initiiert werden. Die Opfer wurden dabei ihren Familien entrissen, zwangssterilisiert, für medizinische Versuche missbraucht, in Anstalten interniert und zur Vernichtung deportiert. Auch in der Anstalt in Bad Kreuznach wurden Bewohner*innen zwangsterilisiert und interniert. Seit 1943 wurden 237 Bewohner*innen in die Anstalten „Am Steinhof“ in Wien, Warta im Warthegau und Meseritz-Obrawalde verschleppt. Von jenen haben lediglich drei die „Euthanasie-Aktion“ überlebt.