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00528_1_Umsiedlungs- und Umerziehungslager Ruwer

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Umsiedlungs- und Umerziehungslager Ruwer

Auf Schwarzfeld , 54292 Ruwer

6.7182815, 49.7784786

Das Lager wurde 1941 als ein Umerziehungs- und Umsiedlungslager in Ruwer, einem Stadtteil von Trier, errichtet. Es lag ländlich, am Rande Ruwers, gegenüber des bewaldeten „Grünebergs“ sowie unterhalb der Weinberge östlich von der „Ruwer“ gelegen. Der erwähnte Berg ist auf einem der wenigen noch heute erhaltenen Bilder des ehemaligen Lagers zu erkennen.
Die Zahl der in das Lager eingewiesenen Menschen stieg aufgrund der Eindeutschungspolitik Hitlers und der mit dieser zusammenhängenden Einführung der Wehrpflicht sowie dem Generalstreik in Luxemburg stark an. Damit kann erklärt werden, weshalb es sich bei einer Vielzahl von Gefangenen zum größten Teil um Menschen aus Luxemburg handelte. Der Aufenthalt im Lager betrug meist wenige Wochen.
Hinsichtlich des Aufbaus und Lageralltages ist bekannt, dass die Gefangenen in einfachen Holzbaracken untergebracht waren. Diese waren nach dem Muster von RAD (Reichsarbeitsdienst) Baracken errichtet worden. Letztere waren in Dreierreihen länglich angeordnet worden. Darin mussten die Menschen meist auf einfachen Strohlagern schlafen. Zudem war eine schlechte Nahrungsmittelversorgung vorherrschend. Tagsüber arbeiteten die Menschen meist  im nahe gelegenen Gusterath bei der Gummifabrik „Romika“.
Entscheidend war im Hinblick auf die Eindeutschungspolitik Hitlers gegenüber Luxemburg, dass die Menschen in diesem Lager „nach deutschem Muster gedrillt“ wurden. Teilweise wird zudem von trugen physische und psychische Schäden, welche die Menschen aus der Zeit in Ruwer davontrugen, gesprochen.
Letztlich wurde das Lager am  1. November 1942 aufgelöst und die Gefangenen in die Wehrmacht oder den RAD eingegliedert. Zusätzlich kann angemerkt werden, dass dieses Lager – neben dem SS-Sonderlager KZ/Hinzert – auch eine Verbindung zu weiteren Lagern wie den Umerziehungs- und Wehrertüchtigungslagern in Bacharach (Burg Stahleck), Ellern, Adenau und Marienthal aufwies.
Die Baracken selbst bestanden letztlich bis ca. in die Mitte der 1950er Jahre hinein. Nach dem Ende des Krieges fanden dort Ausgebombte aus der näheren Umgebung oder auch Kriegsvertriebene Unterschlupf. Von dem eigentlichen Lager ist heute nichts mehr erhalten. Der „Grüneberg“ ebenso wie die Weinberge, in deren unmittelbaren Nähe sich das Lager befunden hat, liefern jedoch auch heute noch zentralen Anhaltspunkte für den Standort des Lagers. An der Stelle an der sich das ehemalige Lager befunden hatte, ist heute ein gepflasterter Spazier- und Wanderweg, welcher sich zwischen den Weinbergen des Weingut Duisburg sowie dem angrenzenden Wohngebiet erstreckt, vorherrschend. Zur Zeit in der das Lager bestand, existierte zwar der Weinberg jedoch nicht der gepflasterte Weg, denn an jener Stelle – und noch etwas in die freien Flächen der Weinberge und potenziell in die heutige Siedlung hineinragend – hat sich damals das Lager befunden.

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