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00531_3_Gedenktafel Luftangriff Konz-Karthaus

Auf diesen Schienen standen die damaligen Flüchtlingszüge.

Dominik Schnith

Informationstafel zum Luftangriff auf Karthaus.

2022_Tafel Luftangriff Karthaus

Die 2022 aufgestellt Informationstafel zum Luftangriff auf Karthaus.

Landeshauptarchiv Koblenz.

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Karthaus nach einem Luftangriff im Mai 1944.

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Auf diesen Schienen standen die damaligen Flüchtlingszüge.

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Ansichtskarte vom Schienennetz Karthaus von 1933.

Molter, Rudolf (1987): Die Karthause. Chronik und Festschrift zum Abschluss der Renovie-rungsarbeiten an der ehemaligen Klosteranlage St. Bruno, S. 135 f.

Verleihung Bundesverdienstkreuz an Schwester Patientia 1955

Die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Schwester Patientia im Jahr 1955.

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Gesamtübersicht Schienennetz Karthaus.

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Hintere Ansicht des Kolster St. Bruno in Karthaus.

Infotafel Luftangriff Konz-Karthaus

Schwester-Patientia-Straße , 54329 Konz-Karthaus

6.593224, 49.709447

Die Informationstafel befindet sich im Klosterpark vor der Mauer in Richtung der Bahngleise.

Im weiten Schienennetz zwischen dem Eisenbahnausbesserungswerk und dem Bahnhof Karthaus (heute von der Firma Tarkett bis zum Bahnhof) mussten aufgrund von Luftalarm 6 Züge halten. Darunter waren 5 Flüchtlingszüge aus Elsass-Lothringen und ein Munitionszug der Wehrmacht. Insgesamt fassten sie 200 Waggons. Die Zahl der Flüchtlinge wird in der Konzer Chronik mit etwa 2000 Personen angegeben. Aufgrund von verschiedenen Zeitzeugenaussagen muss vermutet werden, dass sich mehr Menschen in und auf den Zügen befangen.
Um 18.30 Uhr gab es Hauptalarm, woraufhin die Menschen in Panik in die bunker am Kirchberg und in die Unterführung des Bahnhofs Karthaus flüchteten. Die Bunker am Kirchberg waren so überfüllt, dass den Leuten kaum Luft zum Atmen blieb. Dabei kam es auch zu vielen Panik-Attacken.
Kurz vor 19 Uhr waren die ersten Jagdbomber am Bahnhof zu sehen. Es handelte sich dabei um 15 Thunderbolt der U.S. Air Force. Im Tiefflug feuerten sie mit ihren Bordwaffen auf die Züge und warfen zudem Bomben auf das Schienennetzwerk ab. Der Munitionszug wurde getroffen und ging in Flammen auf. Viele Flüchtlinge waren zwischen dem brennenden Zug und der hohen Hangmauer am Bahnhof gefangen. Viele Bahnmitarbeiter versuchten, den Verwundeten und umherirrenden Menschen zu helfen.
Auch die Schwestern des Klosters St. Bruno setzten ihr Leben aufs Spiel, um Verwundete in den sicheren Keller des Klosters Karthaus zu bringen. In diesem umfunktionierten Notlazarett leistete beispielsweise die Schwester Patientia mit Hilfe der anderen Schwestern medizinische Versorgung. Das Notlazarett war weit über die Belastungsgrenze belegt und immer mehr Leute kamen hinzu und baten um Hilfe. Die Anzahl der Verletzten wird mit etwa 200 Personen beziffert.
Auch an der Evangelischen Kirche in Karthaus wurde ein Notlazarett eingerichtet. Viele der Verwundeten wurden ebenfalls in die umliegenden Krankenhäuser gebracht.
Der beschossene Munitionszug brannte noch die ganze Nacht bis zum nächsten Tag hindurch, wodurch es immer wieder zu heftigen Explosionen kam. Dies erschwerte zusätzlich die Bergungsarbeiten der Retter. So wurden auch viele Helfer verwundet; sei es durch die explodierende Munition oder durch herumfliegende Trümmer.
Die Zahl der Toten wurde von der NSDAP aus propagandistischen Gründen geheim gehalten. Damalige Schätzungen der Bahnmitarbeiter und der Schwestern des Klosters gingen von 120 bis 150 Toten aus. Soweit eine Identifizierung möglich war, wurden die Familien benachrichtigt. Bei vielen war eine Identifizierung aufgrund ihrer Verstümmelungen nicht mehr möglich.
Etwa 30 russische Kriegsgefangene mussten mehrere Tage die Toten und Leichenteile bergen. Dies geschah unter der Bewachung der Reichsbahn. Die Toten brachten sie zum Friedhof nach Konz, wo diese teilweise in Massengräbern beerdigt wurden. Auf dem städtischen Hauptfriedhof in Trier wurden zudem weitere Opfer beigesetzt.
Am 27.09.2022 wurde eine Informationstafel im Klosterpark in der Schwester-Patientia-Straße enthüllt. Sie entstand durch den Projektträger „Erinnerung der Großregion e. V.“ im Rahmen des Projektes „Orte der Erinnerung II“. Mit Hilfe unterschiedlicher lokaler Aktuere konnte das Projekt realisiert werden und macht nun einen bisher unsichtbaren Erinnerungsort wieder für die Öffentlichkeit sichtbar.

„Die Angst war immer da“

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