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Auf diesen Schienen standen die damaligen Flüchtlingszüge.

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Auf diesen Schienen standen die damaligen Flüchtlingszüge.

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Gesamtübersicht Schienennetz Karthaus.

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Ansichtskarte vom Schienennetz Karthaus von 1933.

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Hintere Ansicht des Kolster St. Bruno in Karthaus.

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Karthaus nach einem Luftangriff im Mai 1944.

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Verleihung Bundesverdienstkreuz an Schwester Patientia 1955.

Infotafel Luftangriff Konz-Karthaus

Im weiten Schienennetz zwischen dem Eisenbahnausbesserungswerk und dem Bahnhof Karthaus (heute von der Firma Tarkett bis zum Bahnhof) mussten aufgrund von Luftalarm 6 Züge halten. Darunter waren 5 Flüchtlingszüge aus Elsass-Lothringen und ein Munitionszug der Wehrmacht. Insgesamt fassten sie 200 Waggons. Die Zahl der Flüchtlinge wird in der Konzer Chronik mit etwa 2000 Personen angegeben. Aufgrund von verschiedenen Zeitzeugenaussagen muss vermutet werden, dass sich mehr Menschen in und auf den Zügen befangen.
Um 18.30 Uhr gab es Hauptalarm, woraufhin die Menschen in Panik in die Westwallbunker am Kirchberg und in die Unterführung des Bahnhofs Karthaus flüchteten. Die Bunker am Kirchberg waren so überfüllt, dass den Leuten kaum Luft zum Atmen blieb. Dabei kam es auch zu vielen Panik-Attacken.
Kurz vor 19 Uhr waren die ersten Jagdbomber am Bahnhof zu sehen. Es handelte sich dabei um 15 Thunderbolt der U.S. Air Force. Im Tiefflug feuerten sie mit ihren Bordwaffen auf die Züge und warfen zudem Bomben auf das Schienennetzwerk ab. Der Munitionszug wurde getroffen und ging in Flammen auf. Viele Flüchtlinge waren zwischen dem brennenden Zug und der hohen Hangmauer am Bahnhof gefangen. Viele Bahnmitarbeiter versuchten, den Verwundeten und umherirrenden Menschen zu helfen.
Auch die Schwestern des Klosters St. Bruno setzten ihr Leben aufs Spiel, um Verwundete in den sicheren Keller des Klosters Karthaus zu bringen. Eine dieser Schwestern war Patienta. In diesem umfunktionierten Notlazarett leistete sie mit Hilfe der anderen Schwestern medizinische Versorgung. Das Notlazarett war weit über die Belastungsgrenze belegt und immer mehr Leute kamen hinzu und baten um Hilfe. Die Anzahl der Verletzten wird mit etwa 200 Personen beziffert.
Auch an der Evangelischen Kirche in Karthaus wurde ein Notlazarett eingerichtet. Viele der Verwundeten wurden ebenfalls in die umliegenden Krankenhäuser gebracht.
Der beschossene Munitionszug brannte noch die ganze Nacht bis zum nächsten Tag hindurch, wodurch es immer wieder zu heftigen Explosionen kam. Dies erschwerte zusätzlich die Bergungsarbeiten der Retter. So wurden auch viele Helfer verwundet; sei es durch die explodierende Munition oder durch herumfliegende Trümmer.
Die Zahl der Toten wurde von der NSDAP aus propagandistischen Gründen geheim gehalten. Damalige Schätzungen der Bahnmitarbeiter und der Schwestern des Klosters gingen von 120 bis 150 Toten aus. Soweit eine Identifizierung möglich war, wurden die Familien benachrichtigt. Bei vielen war eine Identifizierung aufgrund ihrer Verstümmelungen nicht mehr möglich.
Etwa 30 russische Kriegsgefangene mussten mehrere Tage die Toten und Leichenteile bergen. Dies geschah unter der Bewachung der Reichsbahn. Die Toten brachten sie zum Friedhof nach Konz, wo diese teilweise in Massengräbern beerdigt wurden. Auf dem städtischen Hauptfriedhof in Trier wurden zudem weitere Opfer beigesetzt.
Eine Gedenktafel soll in der Schwester-Patientia-Straße, vor dem Kloster Karthaus, an die schrecklichen Folgen des von den Nationalsozialisten ausgelösten Krieges erinnern.

„Die Angst war immer da“

Seit

1944

Funktion

Ort der Evakuierung

Funktion

Gedenktafel

In anderen Sprachen

Erinnerungsort

Schwester-Patientia-Straße

54329 Konz-Karthaus

6.593252, 49.709422

Die Infotafel wurde bisher noch nicht angebracht.

    Quellen

    • Welter, Adolf: Die Luftangriffe auf Trier 1939 – 1945. Ein Beitrag zur Geschichte des Trierer Landes, Trier 1996, S. 60-67.

    Erinnerungsorte

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